Feuer im Mkomazi-Nationalpark
Aktualisiert: 4. Sept.
ODER - Warum Feuer für die Tierwelt und den Naturschutz manchmal unverzichtbar sind.
Als ich den Mkomazi-Nationalpark 2023 zum ersten Mal besuchte, war ich ehrlich gesagt etwas erschrocken. Vom Mkomazi View Camp aus sah ich die Hänge der umliegenden Berge brennen. Feuer bedeutete für mich zunächst einmal Gefahr – und natürlich kamen sofort Fragen auf: Was passiert hier? Ist das kontrolliert? Kann das Feuer bis zum Camp kommen?
Im Juni 2024 kehrte ich nach Mkomazi zurück. Dieses Mal erlebte ich die Feuer im Mkomazi-Nationalpark noch viel intensiver. Während unserer Pirschfahrt führte die Strecke durch Grasland, das stellenweise bereits abgebrannt war, während an anderen Stellen das trockene Gras noch brannte. Es war jedoch kein loderndes Feuer, wie man es von Waldbränden kennt. Das Feuer bewegte sich langsam durch das trockene Gras und wirkte kontrolliert. Trotzdem war es wieder ein ungewohnter Anblick.
Ich sprach mit meinem langjährigen Freund und Guide John darüber und verstand immer besser, warum diese Feuer ein wichtiger Bestandteil des Naturschutzes sind.

Inzwischen war ich mehrfach im Mkomazi-Nationalpark und habe kontrollierte Feuer schon öfter erlebt. Die große Angst von meinem ersten Besuch habe ich längst nicht mehr. Trotzdem ist es jedes Mal beeindruckend, wenn man plötzlich mitten in der Savanne vor einer brennenden Fläche steht.
Warum brennt es im Mkomazi-Nationalpark?
Der wichtigste Grund ist zunächst einmal ganz praktisch: Während der Trockenzeit steht in großen Teilen des Parks hohes, trockenes Gras.
Dieses alte Gras fressen die Tiere kaum noch. Für Zebras, Gnus, Büffel und andere Pflanzenfresser ist es als Nahrung weitgehend nutzlos. Deshalb werden bestimmte Flächen gezielt abgebrannt.
Sobald der nächste Regen kommt, wächst auf diesen Flächen wieder frisches, junges Gras. Dieses ist für die Pflanzenfresser deutlich attraktiver und liefert wieder eine wichtige Nahrungsquelle.
Gleichzeitig wird durch das kontrollierte Abbrennen trockenes Brennmaterial reduziert. So kann das Risiko großer, unkontrollierter Gras- und Buschbrände verringert werden.
Nicht überall darf Feuer hin
Besonders interessant fand ich zu erfahren, wie genau die Ranger dabei vorgehen.
In den Schutzgebieten der Spitzmaulnashörner und der Afrikanischen Wildhunde wird überhaupt nichts abgebrannt.
Diese Bereiche bleiben vom Feuer vollständig verschont. Stattdessen werden die Flächen außerhalb der Schutzgebiete kontrolliert abgebrannt.
Das Feuer wird also nicht einfach irgendwo gelegt und sich selbst überlassen. Zeitpunkt, Fläche und Ausbreitung werden von den Rangern gezielt gesteuert. Ein Aussichtspunkt mit zwei wichtigen Aufgaben
Im Mkomazi-Nationalpark gibt es einen besonderen Aussichtspunkt, von dem aus ein großer Bereich des Parks überblickt und kontrolliert werden kann. Für mich erinnerte das tatsächlich ein wenig an die Beobachtungstürme bei uns in Deutschland, von denen aus im Sommer nach Waldbränden Ausschau gehalten wird.
Doch dieser Aussichtspunkt hat im Mkomazi-Nationalpark noch eine zweite, sehr wichtige Aufgabe: Von hier aus wird auch nach Wilderern Ausschau gehalten.
Der Mkomazi-Nationalpark liegt direkt an der Grenze zu Kenia. Die Überwachung des Gebietes ist deshalb besonders wichtig. Von solchen Aussichtspunkten aus behalten die Ranger große Bereiche des Parks und die Grenzregion im Blick.
Und was machen die Tiere?
Natürlich habe ich mich auch gefragt, was mit den Tieren passiert, wenn eine Fläche abgebrannt wird.
Da nicht der gesamte Park gleichzeitig abgebrannt wird, bleiben andere Bereiche als Ausweichmöglichkeiten erhalten. Die Tiere können dorthin ausweichen und später auf die abgebrannten Flächen zurückkehren, sobald dort nach den Regenfällen wieder frisches Gras wächst.
Feuer sieht man anders, wenn man weiß, was dahintersteckt
Wenn man zum ersten Mal mitten in der Savanne Feuer und Rauch sieht, denkt man vermutlich zunächst an einen Wald- oder Buschbrand. Genau das war beim 1. Besuch auch mein erster Gedanke.
Heute weiß ich, dass kontrolliertes Feuer im Mkomazi-Nationalpark gezielt eingesetzt wird und nichts mit einem unkontrollierten Brand zu tun hat.
Für mich war es bei meinem letzten Besuch trotzdem wieder beeindruckend, so unmittelbar zu erleben, wie die Ranger mit dem Feuer arbeiten – und wie viele unterschiedliche Aufgaben dabei gleichzeitig berücksichtigt werden.
Haben Sie auf Ihrer Safari schon einmal Rauch oder abgebrannte Flächen gesehen? Schreiben Sie Ihre Erfahrungen gerne in die Kommentare oder kontaktieren Sie mich – ich freue mich auf den Austausch.
Hinweis: Die beschriebenen kontrollierten Brände sind geplante Maßnahmen des Parkmanagements und dürfen nicht mit unkontrollierten Busch- oder Waldbränden verwechselt werden. Zeitpunkt und Umfang unterscheiden sich je nach Nationalpark, Vegetation und Wetterbedingungen.
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